In Entwicklung

barnuva Lichtung

Ein Ort, an dem man sich nicht erklären muss.

Ein kostenloser, anonymer Raum für junge Menschen, die in Hilfemaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden oder wurden – und für alle, die sich Austausch mit Menschen wünschen, die das Gleiche erleben.

Warum es diesen Raum braucht.

Vier Beobachtungen aus der Praxis stehen am Anfang der Idee für barnuva Lichtung.

Peer-Erfahrung trägt anders

Ein Gespräch mit jemandem, der dasselbe erlebt hat, wirkt oft anders als jedes andere Gespräch – offener und unmittelbarer, weil man sich nicht erst erklären muss.

Geteiltes Erleben in Hilfemaßnahmen

Junge Menschen in Hilfemaßnahmen teilen Erfahrungen, die für Außenstehende – so gut gemeint ihre Anteilnahme auch ist – schwer nachvollziehbar bleiben.

Oft wird über sie gesprochen, selten mit ihnen

In Hilfeplangesprächen, Teamsitzungen und Akten geht es ständig um junge Menschen. Wie viel ihre eigene Stimme dabei zählt, hängt zu oft vom Zufall ab – davon, wer gerade zuständig ist und wie viel Zeit bleibt.

Beteiligung und Beschwerde brauchen echte Wege

Junge Menschen haben ein Recht auf Beteiligung und auf Beschwerde – auch außerhalb der eigenen Einrichtung (§§ 8, 9a und 45 SGB VIII). Das verlangt niederschwellige, echte Wege – nicht nur ein Verfahren auf dem Papier.

Bezugsbetreuer:innen wechseln, Sachbearbeiter:innen wechseln, manchmal wechselt die ganze Einrichtung – und mit ihr die Stadt. Dieser Raum soll bleiben. Egal, wohin dich die Hilfe führt.

Gedacht ist der Raum für alle jungen Menschen, die in Hilfemaßnahmen betreut werden – ob stationär, ambulant, in einer Pflegefamilie oder in der Eingliederungshilfe. Und für alle, deren Hilfe gerade endet oder schon geendet hat: Der Übergang in die Selbstständigkeit ist oft der Moment, in dem man Austausch am meisten braucht. Auch wer noch gar keinen Kontakt zum Hilfesystem hat, sich aber Austausch wünscht, soll sich melden können und später über eine offizielle Stelle einen Zugang bekommen.

Ich habe als Jugendlicher mit einer seltenen chronischen Erkrankung gelebt. Die Gespräche, die mir am meisten geholfen haben, waren die mit anderen, denen es ähnlich ging – ich musste nichts erklären und nichts rechtfertigen. Genau diesen Raum wollen wir mit barnuva Lichtung für junge Menschen in der Jugendhilfe schaffen.

Jannis Päper, Gründer

Was hier entsteht.

Noch ist nichts davon live. So ist der Raum geplant – Schritt für Schritt, mit den Menschen, für die er gedacht ist.

Austauschfläche

Themenräume sollen nach Erfahrungen, Interessen und Alter entstehen – für den Austausch in der Gruppe ebenso wie für Einzelgespräche unter vier Augen.

Menschen, die dich verstehen

Ein Peer-Matching soll junge Menschen mit ähnlichem Erleben zusammenbringen – nicht nach Alter allein, sondern nach dem, was sie tatsächlich teilen.

Veranstaltungsraum

Online-Events und moderierte Gesprächsrunden sind geplant, perspektivisch auch regionale Treffen zum echten Kennenlernen.

Deine Rechte, verständlich erklärt

Darf jemand ohne dich dein Zimmer durchsuchen? Wer entscheidet über deinen Körper? Was passiert mit deiner Hilfe, wenn du 18 oder 21 wirst? Hier sollen klare Antworten in einfacher Sprache stehen – geprüft von unabhängigen Fachleuten.

Sprachrohr & Meldeportal

Viele wissen nicht, dass es unabhängige Ombudsstellen gibt, die junge Menschen kostenlos beraten und unterstützen. barnuva Lichtung soll der kurze Weg dorthin sein: ein geschützter Draht zu unabhängigen, offiziellen Stellen – bewusst nicht an die eigene Einrichtung, sondern daneben. Damit Anliegen gehört werden, ohne dass jemand Nachteile fürchten muss.

Wir ersetzen diese Stellen nicht. Wir sorgen dafür, dass du sie findest.

Anonym — und trotzdem sicher.

Der Grundsatz: kuratiert im Zugang, anonym im Austausch. Beides soll gleichermaßen gelten – ein geschützter Rahmen und echte Anonymität für alle, die den Raum nutzen.

Kuratierter Zugang

Zugang soll nur bekommen, wer über eine vertraute, offizielle Stelle bestätigt wurde. So bleibt der Raum vor Menschen geschützt, die dort nichts zu suchen haben. Vermerkt wird dabei nur, dass jemand Zugang hat – nicht, was er oder sie dort schreibt.

Anonym gegenüber der Einrichtung

Wer sich bei barnuva Lichtung austauscht, bleibt gegenüber der eigenen Einrichtung und den Betreuenden anonym. Niemand aus dem Betreuungskontext liest mit oder erhält Einblick in Gespräche.

Unabhängiges Moderationsteam

Ein unabhängiges, geschultes Moderationsteam begleitet den Austausch. Eine automatische Erkennung von Krisensignalen – etwa bei Hinweisen auf Selbstgefährdung oder Mobbing – soll frühzeitig auf klare Hilfewege aufmerksam machen.

Melden und Blockieren

Melde- und Blockierfunktionen stehen allen Nutzer:innen zur Verfügung, um sich vor unangemessenem Verhalten zu schützen.

Wenn es dir gerade nicht gut geht

Hilfe gibt es schon heute, unabhängig von barnuva Lichtung: Nummer gegen Kummer – 116 111 (Mo–Sa, anonym und kostenlos). Telefonseelsorge – 0800 111 0 111 (rund um die Uhr). In akuter Gefahr wähle den Notruf 112.

Was wir versprechen — und was wir uns wünschen.

Ehrlich getrennt: Das eine sagen wir fest zu. Das andere können wir nicht allein entscheiden – dafür suchen wir Mitgestaltende.

Das versprechen wir

Dauerhaft kostenlos für junge Menschen
Werbefrei, ohne Tracking
Technisch getrennt von der barnuva-Software der Einrichtungen
Anonym im Austausch – niemand aus dem Betreuungskontext liest mit
Mitbestimmung von Anfang an: Über Regeln, Themenräume und Funktionen entscheiden junge Menschen mit – bevor gebaut wird, nicht danach

Das wünschen wir uns

Dass junge Menschen den Raum von Anfang an mitgestalten – er soll ihnen gehören, nicht uns
Unterstützung und Mitgestaltung von offizieller Stelle – fachlich, rechtlich und ganz praktisch

Diesen Raum gibt es nur gemeinsam.

barnuva Lichtung ist noch nicht gebaut. Genau deshalb ist jetzt der Moment, in dem sich am meisten prägen lässt.

Du wünschst dir genau so einen Ort – oder willst ihn mitgestalten? Sag uns, was dieser Raum können muss, was auf keinen Fall passieren darf und wie er sich anfühlen soll. Egal, wo du gerade stehst: Deine Stimme ist der Grund, warum es ihn geben wird.

So kannst du mitgestalten

1

Sag, was dir wichtig ist

Schreib uns anonym, was so ein Raum braucht. Ein Satz reicht.

2

Schau dir Entwürfe an

Wenn du magst, zeigen wir dir erste Entwürfe, bevor sie jemand anderes sieht.

3

Entscheide mit

Über Regeln und Themenräume entscheiden die mit, die den Raum später nutzen.

Das hier ist kein Notfallkontakt, wir lesen nicht sofort mit. Wenn es dir gerade nicht gut geht: Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa, anonym und kostenlos). In akuter Gefahr wähle den Notruf 112.

Bitte schreib keine Namen hinein – weder deinen noch die von anderen.

Nimm gern eine Adresse, in der dein Name nicht vorkommt.

Hinweise in der Datenschutzerklärung.

Sie arbeiten in einer Ombudsstelle, im Jugendamt oder Landesjugendamt, im Kinderschutz, bei einem Träger, in der Jugendarbeit oder in einer Selbstvertretung junger Menschen – und möchten das Vorhaben unterstützen oder fachlich mitgestalten? Wir freuen uns über jeden Vorschlag und jede helfende Hand.

Mitgestalten →